Erzbistum Köln – freundschaftliche Verbindung – Interreligiöser Dialog

5. Februar 2020 (pek200205-sam)

Köln. Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki und Weihbischof Rolf Steinhäuser, Bischofsvikar für interreligiösen Dialog, haben am 5. Februar den Kölner Rabbiner Yechiel Brukner und den Vorstand der Synagogengemeinde besucht. Das Erzbistum Köln steht eng an der Seite der jüdischen Gemeinden und setzt sich auch mit diesem Besuch gegen Antisemitismus ein.

Dankbar blickte Kardinal Woelki bei dem Treffen auf das seit Jahren gute Verhältnis zwischen Synagogengemeinde und dem Erzbistum Köln. Er richtete seinen Blick auf die freundschaftlichen Verbindungen, die gewachsen seien und weiterwachsen dürften. Kardinal Woelki betonte bei der Gelegenheit, dass eine enge Partnerschaft heute umso wichtiger sei, in einer Gesellschaft, in der immer wieder Hass und Vorurteile gegenüber Menschen anderer Religionszugehörigkeit und Herkunft geschürt würden. 

„Der Zusammenhalt in unserer Gesellschaft steht und fällt damit, ob es uns gelingt, die unterschiedlichen Menschen einander näher zu bringen. Hier sind wir Religionsgemeinschaften besonders gefragt, denn es ist der Auftrag des Allmächtigen an uns, Einheit und Liebe zwischen den Menschen zu fördern“, so Woelki. 

Rabbiner Brukner pflichtete ihm bei: „Ich erlebe den Kontakt zu den Kölner Kirchen und die persönliche Verbindung zum Erzbistum Köln als Geschenk. Ich freue mich, dass wir zusammen ein gutes Begegnungs-Projekt junger Menschen in Köln anschieben konnten. Die Jugendlichen sind die Gegenwart und Zukunft der Gesellschaft – auf sie kommt es an, eine friedliebende und menschliche Gesellschaft zu gestalten, in der Zivilcourage großgeschrieben wird.“ Der Rabbiner betonte seine Erwartung, dass die Kirche immer dann ihre Stimme erheben müsse, wenn die jüdische Gemeinschaft durch Antisemitismus angefeindet oder das Existenzrecht des Staates Israel bestritten wird.

Das Erzbistum Köln hat seit 1974 ein Fachreferat für den interreligiösen Dialog. Dieses hat unter anderem zur Aufgabe, Begegnung und gegenseitiges Kennenlernen verschiedener Religionsgemeinschaften zu ermöglichen und zu fördern. Eine besondere Gelegenheit wird sich hierfür im kommenden Jahr 2021 ergeben. Dann jährt sich die Erwähnung einer jüdischen Gemeinde in Köln aus dem Jahr 321 zum 1700. Mal. Die älteste Abschrift dieses Dekretes befindet sich in den vatikanischen Archiven. Kardinal Woelki hat sich dafür eingesetzt, diese Abschrift zum Jubiläum von Rom in die Domstadt zu holen.

Abraham-Josef Lehrer, Vorstand der Kölner Synagogengemeinde, stellvertretender Vorsitzender des Zentralrates der Juden und Gründungsmitglied des Vereins „321-2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland e.V.“, hat sich zur Aufgabe gemacht, das Jubiläum in ganz Deutschland zu begehen. Er bedankte sich am Mittwoch für die solidarischen Worte und das Engagement des Kardinals: „Ich freue mich, dass wir dank der Unterstützung durch Kardinal Woelki einen großen Schritt weiter sind, das Edikt von 321 für eine Ausstellung nach Köln zu holen. Dies wird ein Baustein neben vielen anderen sein, der Geschichte und Gegenwart jüdischen Lebens in Köln und in Deutschland erlebbar macht.“

Hinweis für Journalisten:
Bilder der Begegnung finden Sie für Ihre Berichterstattung zum kostenlosen Download unter: https://kommunikation.erzbistum-koeln.de/index.php/s/X5WiXZgy4mQ2Com